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Eurovision 2024 winner: who is Nemo, the first non-binary to win the contest?

Nemo hat den Eurovision 2024 vor den kroatischen Favoriten gewonnen. Rückblick auf den Werdegang und die Entwicklung des Schweizer Künstlers.

 

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Foto AFP

 

Der Eurovision: Ein international bekannter Musikwettbewerb

Sie wissen es sicherlich, vielleicht sind Sie sogar Fan: Der Eurovision ist ein europäischer Gesangswettbewerb, der seit 1956 jährlich stattfindet. Nichts zu tun mit der Weltmeisterschaft des Sex vom April. Obwohl manchmal… Organisiert von der Europäischen Rundfunkunion (EBU), bringt er Teilnehmer aus Mitgliedsländern für einen musikalischen Wettbewerb zusammen, bei dem jedes Land ein originelles Lied präsentiert. Die Regeln des Eurovision sind streng: Die Lieder müssen unveröffentlicht sein und die Teilnehmer müssen ihre Stücke live vortragen. Die Stimmen werden zur Hälfte von einer Fachjury und zur Hälfte vom Publikum per Anruf und SMS vergeben.

Die Schweiz hat eine lange Geschichte mit dem Eurovision. Lys Assia gewann die allererste Ausgabe im Jahr 1956 mit dem Lied «Refrain», und Céline Dion, damals wenig bekannt, bescherte der Schweiz 1988 mit «Ne partez pas sans moi» einen zweiten Sieg. Im Jahr 2024 fügte Nemo, ein nicht-binärer Künstler, mit seinem Lied «The Code» einen dritten Titel zu dieser Erfolgsbilanz hinzu.

Seitdem wird in der Schweiz nicht mit Lob gespart: «Gratulation Nemo zu diesem verrückten Sieg! Ein Scheinwerferlicht auf Ihre vielfältigen Talente und eine Anerkennung Ihrer Persönlichkeit, die von Überschwang, Sensibilität, Intimität und Kühnheit geprägt ist», erklärte die Schweizer Innenministerin Elisabeth Baume-Schneider auf X.

 

Nemo: Ein bedeutender Sieg und ein inspirierender Werdegang

Nemo, mit bürgerlichem Namen Nemo Mettler, wurde 1999 in Biel im Kanton Bern geboren. Er/sie hat eine jüngere Schwester. Seine/ihre Eltern leiteten ein Unternehmen, das Anfang der 2010er Jahre bankrottging. Mit 25 Jahren war er/sie schon immer leidenschaftlich an Musik interessiert. Er/sie begann im Alter von drei Jahren Geige zu spielen und lernte mit acht Jahren Schlagzeug. Mit 13 Jahren spielte er/sie im Musical «Ich war noch niemals in New York». Im Jahr 2015 begann der Künstler, mit seinem Rap bei seinem bemerkenswerten Auftritt in «Die Schweiz hat ein unglaubliches Talent» bekannt zu werden, mit nur 15 Jahren. Im selben Jahr veröffentlichte er/sie seine/ihre erste EP mit dem Titel «Clownfish». 2017 gewann er/sie den Swiss Music Award für das beste Talent, gefolgt von vier weiteren Trophäen im Jahr 2018 dank seines/ihres Hits «Du». Seine/ihre Lieder «Ke Bock», «Du» und «Himalaya» brachten ihm/ihr Gold- und Platin-Schallplatten ein und festigten seine/ihre Popularität in der Schweizer Musikszene.

 

 

Nemo hat seine musikalischen Talente weiter diversifiziert. Er/sie studierte ein Jahr lang Gesang solo in den Fachrichtungen Jazz und Pop an der Zürcher Hochschule der Künste, was ihm/ihr ermöglichte, seine/ihre stimmlichen und künstlerischen Fähigkeiten zu perfektionieren. Im Jahr 2021 nahm er/sie auch an der zweiten Staffel von «The Masked Singer Switzerland», der Schweizer Adaption von «Mask Singer», teil, wo er/sie als Panda verkleidet war, was seine/ihre Bekanntheit weiter steigerte.

 

 

Sein/ihr Werdegang ist auch von einem Coming-out als nicht-binär im Herbst 2023 geprägt, wo er/sie erklärte:

«Ich fühle mich weder als Mann noch als Frau. Ich stelle mir das Geschlecht gerne wie eine Galaxie vor, stelle mich als kleinen Stern vor, der irgendwo darin schwebt. Dort fühle ich mich am meisten ich selbst». 

Sein/ihr Lied «The Code», das an einem Tag mit Hilfe schwedischer, norwegischer und schweizerischer Mitarbeiter geschrieben wurde, thematisiert diese Suche nach Identität und Emanzipation. Beim ersten Hören können die Rhythmuswechsel verwirren. Der Track ist effektiv und mischt Rap, Drum and Bass und Oper mit einem einprägsamen Gimmick: «who oh oh». Er/sie singt unter anderem: «Ich bin durch die Hölle und zurück gegangen, um wieder auf den richtigen Weg zu kommen / Ich habe den Code geknackt, woah / Wie die Ammoniten habe ich einfach Zeit gegeben / Jetzt habe ich das Paradies gefunden».

 

 

Nemo hat beschlossen, nicht mehr in der Schweiz zu wohnen. Er/sie lebt jetzt in Deutschland in Berlin. Eine Stadt, die ihm/ihr, wie ich finde, gut steht, wenn man sie kennt. Er/sie muss dort unglaubliche Momente erleben, sowohl künstlerisch als auch persönlich, da bin ich mir sicher! Der/die Glückliche…

 

Nemo und die LGBTQIA+-Gemeinschaft: Ein Symbol der Sichtbarkeit und Inspiration

Nemos Sieg beim Eurovision 2024 ist ein wichtiger Schritt für die Sichtbarkeit nicht-binärer und LGBTQIA+-Personen. Dieser Wettbewerb erweist sich regelmäßig als Schaufenster für die LGBTQ+-Gemeinschaft. Die österreichische Drag Queen mit Bart, Conchita Wurst, die die Ausgabe 2014 gewann, oder der/die französische Kandidat/in Bilal Hassani im Jahr 2019, haben den Wettbewerb geprägt.

Nemo hat sich im November 2023 als nicht-binär geoutet und erklärt: «Ich identifiziere mich weder als Mann noch als Frau. Ich bin einfach Nemo». Nemo bedeutet auf Lateinisch «niemand». «Meine Eltern dachten, wenn ich niemand wäre, könnte ich alles sein», erklärte unser junger Queer 2019 dem Schweizer Magazin Schweizer Illustrierte. Seine/ihre Entscheidung, bei der Eröffnungsparade des Wettbewerbs die nicht-binäre Flagge zu tragen, war eine starke Geste, auch wenn er/sie dies aufgrund der strengen Flaggenregeln des Eurovision diskret tun musste.

«The Code» wurde bereits als queere Hymne vom Magazin Tetu beschrieben, das es als «kraftvoll und erschütternd» bezeichnete. In einem Interview mit 20 Minuten Schweiz sagte unser Gewinner/in: «Die Hauptfrage war, wo mein Platz ist, wenn ich mich weder auf der einen noch auf der anderen Seite befinde. Ich beschreibe diese ganze persönliche Entwicklung, die aus sehr schönen, aber auch sehr schwierigen Momenten besteht».

 

 

Mit dem Gewinn des Eurovision hat Nemo nicht nur einen persönlichen Traum verwirklicht, sondern auch der nicht-binären und LGBTQIA+-Gemeinschaft eine erhöhte Sichtbarkeit verschafft. Sein/ihr Sieg ist ein Zeugnis für die Vielfalt und Offenheit der Bieler Kultur, wie Glenda Gonzalez Bassi, Direktorin für Bildung, Kultur und Sport der Stadt Biel, betonte.

Unser junger Sänger/in verschiebt weiterhin künstlerische und kulturelle Grenzen und inspiriert viele Menschen durch seinen/ihren einzigartigen Werdegang und sein/ihr außergewöhnliches Talent. Sein/ihr Sieg beim Eurovision 2024 markiert einen historischen Moment für die Schweiz und für die weltweite LGBTQIA+-Gemeinschaft.

 

Schlusswort

Nemos Sieg beim Eurovision 2024 ist weit mehr als ein einfacher musikalischer Triumph; es ist eine Feier der Vielfalt und Inklusivität. Als erste nicht-binäre Künstler/in, die diesen prestigeträchtigen Wettbewerb gewonnen hat, hat er/sie Geschichte geschrieben und neue Perspektiven für die LGBTQIA+-Gemeinschaft eröffnet. Sein/ihr Lied «The Code», eine Hymne an die Emanzipation und die Identitätssuche, findet nicht nur bei seinen/ihren Fans, sondern auch in der queeren Gemeinschaft großen Anklang.

Nemo hat bewiesen, dass Musik ein kraftvoller Vektor für Veränderung und Sichtbarkeit sein kann. Sein/ihr Werdegang, von seinen/ihren Anfängen bei «Die Schweiz hat ein unglaubliches Talent» bis zu seinem/ihrem glanzvollen Sieg beim Eurovision, ist eine Inspirationsquelle für viele junge Künstler und Mitglieder der LGBTQIA+-Gemeinschaft. Indem er/sie seine/ihre Identität stolz trug und seine/ihre Geschichte teilte, hat er/sie dazu beigetragen, Stereotypen zu brechen und Akzeptanz und Verständnis zu fördern.

 

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Über den Autor Pamela Dupont
Beim Schreiben über Beziehungen und Sexualität entdeckte Pamela Dupont ihre Leidenschaft: das Schreiben fesselnder Artikel, die menschliche Emotionen erforschen. Jedes Projekt ist für sie ein Abenteuer voller Verlangen, Liebe und Leidenschaft. Mit ihren Artikeln versucht sie, ihre Leser zu berühren, indem sie ihnen neue und bereichernde Perspektiven auf ihre eigenen Gefühle und Erfahrungen bietet.

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