Psychologie

Warum macht der Herbst Sie sexier?

Paar, das im Regen mit einem durchsichtigen Regenschirm spazieren geht

Wir denken, der Frühling ist die Jahreszeit der Liebe, der Sommer duftet nach Monoi und salzigen Küssen… Falsch gedacht. Der Herbst ist die wirklich heiße Jahreszeit – wenn die Lust unter Karos erwacht, das Testosteron steigt und das Geheimnisvolle ein Comeback feiert.

Kurzum, machen Sie sich bereit: Die Blätter fallen, nicht Ihr Sexappeal.

Der Mythos der Frühlingsliebe

Lange Zeit glaubte man, dass die Lust mit den Knospen aufblüht. Doch Studien widersprechen der Legende: Nicht im Frühling explodiert die Libido, sondern im Herbst. Schuld daran sind (oder waren) unsere Hormone, die ihr bestes Leben führen, wenn die Tage kürzer werden.

Laut mehreren in Norwegen und Deutschland durchgeführten Studien erreicht das Testosteron sowohl bei Männern als auch bei Frauen zwischen September und November seinen jährlichen Höchststand. Dieses Hormon, das wir mit Lust, Selbstvertrauen und Motivation in Verbindung bringen, ist für die neue Energie und Anziehungskraft verantwortlich, die wir spüren, wenn das Licht schwindet.

Einige Forscher sprechen von einem “ Brunftinstinkt“, den wir von unseren Vorfahren, den Säugetieren, geerbt haben: Der Herbst sei eine günstige Zeit für die Fortpflanzung, da die Bedingungen ideal seien. Andere weisen auf einen Rückgang des Wohlfühlhormons Serotonin hin, der ein Bedürfnis nach emotionaler Wärme auslöst, um dies zu kompensieren. Das Ergebnis: Unser Körper sehnt sich nach Kontakt, unser Gehirn nach Streicheleinheiten, und all das endet oft… unter der Bettdecke.

Und entgegen der landläufigen Meinung ist das nicht nur eine Frage der männlichen Hormone: Auch Frauen erleben diese herbstliche Sehnsuchtswelle. Eine Reihe von Studien hat gezeigt, dass die weibliche Libido zu dieser Jahreszeit im Durchschnitt um 20 % zunimmt. Vielleicht liegt das daran, dass der Herbst die Zeit ist, in der wir uns endlich entschleunigen… und es uns gut gehen lassen.

Paar, das im Regen mit einem durchsichtigen Regenschirm spazieren geht

Der hormonelle Schub im Herbst

Der Herbst ist eine Art sexuelle Reboot-Saison. Nach den Exzessen des Sommers und der Hitze, die mehr betäubt als erregt, beginnt der Körper wieder optimal zu funktionieren. Die Temperaturen sinken, die Haut atmet auf, die Hormone gleichen sich an: Das Verlangen wird stabiler, tiefer, verbundener.

Die amerikanische Psychologin Jena Pincott, die für die Huffington Post berichtet, erklärt, dass der Herbst wie ein „hormoneller Starter“ wirkt: Das Testosteron steigt, die Libido folgt, und der Rückgang des Lichts weckt das Bedürfnis nach Nähe. Es ist eine Mischung aus Biologie und Psychologie: Wenn uns die Sonne fehlt, suchen wir anderswo nach Wärme. Und nichts wärmt uns so sehr wie ein Körper.

Einige Sexualwissenschaftler stellen sogar fest, dass Paare zwischen Oktober und Dezember wieder regelmäßiger sexuell aktiv werden. Weniger Ablenkungen, mehr Momente der Geborgenheit: Das Wetter erledigt die Arbeit für uns.

Wenn Kälte die Körper zusammenbringt

Die Luft wird kälter, die Abende werden länger, und alles wird zu einem Vorwand, um zusammenzuhalten. Forscher der Hong Kong University of Science and Technology haben gezeigt, dass wir uns umso mehr zu romantischen Filmen hingezogen fühlen, je kälter es ist. Unser Gehirn assoziiert physische Kälte mit einem Mangel an emotionaler Wärme. Also kompensiert es das.

Und das ist noch nicht alles: Laut einer anderen Studie der Universität Yale macht uns das Halten eines warmen Gegenstandes (wie einer Tasse Schokolade) großzügiger und emotional offener. Wir nehmen andere auch als wohlwollender wahr. Deshalb kann ein einfaches „Komm, trink eine Tasse heiße Schokolade“ zu einem heißen Date werden.

Dazu kommt die Dekoration: Kerzen, Plaids, goldene Lichter, würzige Düfte. Der Herbst regt alle Sinne an. Das Auge beruhigt sich, der Geruchssinn erwacht, die Haut sehnt sich nach Berührung. Die Sinnlichkeit wird zu einer langsamen Kunst, zu einem subtilen Anstieg der Temperatur.

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Die Manschetten-Saison: Saisonvertrag oder echte Bindung?

Willkommen in der Manschettensaison, die von Oktober bis März dauert.
Die Idee: Jemanden finden, der einen über den Winter wärmt. Eine befristete Liebesbeziehung, wie das Teilen einer Decke bis zum Frühling.

Aber entgegen dem Klischee ist die Cuffing-Saison nicht unbedingt ein vorübergehender Plan.
Laut Tinder sind die Gespräche im Winter 18 % länger als im Frühling, und 46 % der Nutzer geben an, dass sie in dieser Zeit nach einer ernsthaften Beziehung suchen. Die Atmosphäre ist authentischer: weniger Spielchen, mehr Tiefe. Wenn es draußen regnet, will man nicht Katz und Maus spielen, sondern jemanden, mit dem man sich wirklich aufwärmen kann.

Und dann spielt auch die körperliche Nähe eine Rolle: Kuscheln, Decken, der Geruch von Haut… All das regt die Produktion von Oxytocin an, dem Bindungshormon. Wir kuscheln, um uns warm zu halten, wir bleiben wegen der Bindung.

Der Mystery-Effekt: Je mehr man sich zudeckt, desto mehr zieht man an.

Der Sommer zeigt, der Herbst suggeriert. Und genau das steigert das Verlangen.
Eine in der Zeitschrift Perception (2008) veröffentlichte Studie zeigt, dass Männer Frauen im Winter attraktiver finden als im Sommer. Warum finden Männer Frauen im Winter attraktiver als im Sommer? Weil sich die Haut versteckt und die Fantasie wieder erwacht.

Wenn alles sichtbar ist, ermüdet das Auge. Wenn der Körper enthüllt wird, wird das Gehirn aktiviert. Die Verführung wird wieder zum Spiel: Wir betrachten die Hände, die aus dem Mantel ragen, den von der Kälte geröteten Mund, den unter einem Schal verborgenen Nacken. Der Charme wird langsam, leise und voller Geheimnisse.

Und das ist furchtbar sexy.

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Die Hygge-Version der Liebe: Treue, die neue sexy Haltung

Der Herbst bedeutet auch die Rückkehr des Kokons. Wir entschleunigen, kochen und zünden Kerzen an.
Diese Philosophie aus Dänemark, bekannt als “ hygge“, steht für einfaches Glück: ein Plaid, sanftes Licht, jemand, den man liebt.

Dieses Bedürfnis nach Cocooning nährt eine intimere Sinnlichkeit. Wir entdecken uns auf eine andere Art und Weise wieder, ohne Druck.
Und die Wissenschaft bestätigt diese Veränderung: Geringere Lichtintensität fördert die Ausschüttung von Oxytocin und Melatonin und stärkt Bindung und Zärtlichkeit. Weniger Verlockung, mehr Komplizenschaft.

Das Ergebnis: Während das Thermometer sinkt, steigt die Loyalität. Man hat keine Lust mehr, herumzuziehen. Man will sich niederlassen, etwas aufbauen und die Ruhe genießen. Beziehungen, die im Herbst geboren werden, haben oft diese seltene Eigenschaft: Sie sind solide, aufrichtig und dafür gemacht, die kalte Jahreszeit zu überdauern.

Ein letztes Wort

Der Herbst ist keine kalte Jahreszeit: Er ist ein Grund, das Feuer neu zu entfachen. Es ist eine Zeit, in der sich die Körper erwärmen, die Blicke weicher werden und wir die Freude an der Langsamkeit wiederentdecken.

Wenn der Frühling die Blumen zum Vorschein bringt, dann bringt der Herbst die Fantasie zum Vorschein. Vergessen Sie also die Düsternis und das tote Laub: Es gibt noch viel mehr, wofür man sich in diesem Herbst begeistern kann.

XLoveCam ist nicht verantwortlich für den Inhalt des Blogs, der nach eigenen Angaben von einer externen Partei verfasst wurde.

Über den Autor

Pamela Dupont

Beim Schreiben über Beziehungen und Sexualität entdeckte Pamela Dupont ihre Leidenschaft: das Schreiben fesselnder Artikel, die menschliche Emotionen erforschen. Jedes Projekt ist für sie ein Abenteuer voller Verlangen, Liebe und Leidenschaft. Mit ihren Artikeln versucht sie, ihre Leser zu berühren, indem sie ihnen neue und bereichernde Perspektiven auf ihre eigenen Gefühle und Erfahrungen bietet.

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